Klimaüberwachung

Wozu?

Im Jahr 2018 stellten wir während des WorkCamps mit der Jungen Gemeinde Machern in der Polenzer Kirche im August – nach sehr langer Trockenheit – fest, dass die Orgel kaum noch bespielbar war.

Sofort riefen wir  unseren Freund Stefan Pilz – Orgelbaumeister aus Holzhausen – an. Dieser sprach von großen Schäden durch Trockenheit: alle Holzbauteile reißen auf – und im Bereich der Orgel ist viel Holz verbaut: Windlade, viele Orgelpfeifen. All die Reparaturen könnten dann in die Tausende Euro gehen, wenn wir in die Kirchen nicht wieder eine normale Feuchtigkeit hineinbringen würden.

Ab diesem Tag nahmen wir Gießkannen in den Kirchen Polenz, Altenbach, Machern und Leulitz und begossen damit jeden Tag den Steinfußboden, um überhaupt eine spürbare Menge Wasser in die Luft der Kirche zu bekommen.

Lang anhaltende Trockenheit schadet auch evtl. vorhandenen Wandmalereien etc.

Wir versuchten diese Info über die landeskirchlichen Kanäle als Warnung für die Gemeinden weiterzuleiten…

In einigen Kirchen steht immer eine Wanne mit Wasser, damit die Luft stabil gehalten wird.

 

Die Funk-Klimadatenlogger der Altenbacher Kirche zeigten seit 2017 deutlich: bei lang anhaltender Trockenheit spielt sich auch im Innern der Kirche viel ab. Lange Zeit speist sich die Luft noch aus den Wänden mit Feuchtigkeit. Dann gibt es eine schlagartige Kurve der Luftfeuchtigkeit nach unten – und hier beginnt die Tragik.

 

O.k. – wir müssen das Fahrrad nicht neu erfinden und werden die Orgelsachverständigen unserer Landeskirche befragen, wie man professionell mit solch Situation umgeht. Ob z. B. das Aufstellen einer Badewanne mit Wasser ausreicht, werden die Klimadatenlogger zeigen. Hier kann man Temperatur und Luftfeuchtigkeit ablesen – und die letzten 50.000 Datensätze über den Computer auslesen (in Altenbach reicht diese Kapazität aus, die halbstündlich genommenen Werte von vier Sensoren für anderthalb Jahre zurückzuverfolgen.)

 

Unser Orgelbauer sagte, dass jede Orgel auf “ihre” Kirche abgestimmt ist. Manche Orgel hat normal 60% Luftfeuchtigkeit – eine andere Orgel immer 80%. Schwankungen um den Normalwert sind in gewissen Grenzen unschädlich – nur die extremen Situationen führen dann zu großen Schäden.

Leider haben wir unseren Freund Stefan Pilz nicht mehr an der Seite, der immer hilfsbereit u.a. für die Orgeln in Altenbach und Leulitz im Einsatz war, Er starb bei einem Verkehrsunfall in der Nähe von Glauchau im November 2018 – See you in heaven!

 

 

Daher ist es sinnvoll, ab dem frühestmöglichen Termin mit Spendengeldern solch Datenlogger aufzustellen, damit man ein Gefühl für den Normalzustand bekommt. Diese Geräte besitzen Alarmausgänge für Minimal- und Maximalwerte, die über die Gefahrenmeldezentrale (worüber auch Rauch- und Einbruchmelder laufen) als Alarmsignal = “Kirche zu trocken” übermittelt werden kann. Auch hier würden wir automatisch informiert, selbst wenn die Wanne mit Wasser leer ist und dann die Feuchtigkeit absinkt.

 

Weitere Infos zur “Kirchen-Objektschutz-Gruppe” (Arbeitstitel) finden Sie unter den Allgemeinen Infos.