Kirche Bennewitz

„Die ist gerade noch gut genug, um als Silo verwendet zu werden“, mit diesen Stammtischworten, zur Beschreibung der im 13. Jahrhundert erbauten romanischen Kirche, wurde 1959 Pfarrer Dr. Fröhlich gleich zu Beginn seines Amtsantrittes konfrontiert. Geht man in den wenigen Aufzeichnungen, die es über diese Kirche gibt zurück, so kommt man zu der Erkenntnis, dass sie vermutlich seit Jahrhunderten ein stiefmütterliches Dasein fristete, denn die Bennewitzer mussten ihren Gottesdienstbesuch überwiegend in Deuben absolvieren. Die Bennewitzer Kirche diente nur für Hochzeiten, Taufen und Beerdigungen. Ganz selten wurde ein Gottesdienst gehalten. Erst ab 1862 gab es jährlich regelmäßig fünf Gottesdienste, da sich ab diesem Zeitpunkt das Dorf Bennewitz gewaltig vergrößerte.

Ein schwerer Schicksalsschlag traf die Kirche während der Völkerschlacht. Am 8. Oktober 1813 wurde sie durch französische Truppen völlig verwüstet. Altar und Kanzel, das Kirchengestühl, alle Dielen und Bretter, die Turmtreppen und die Fenster wurden weggeschleppt und zwischen Bennewitz und Deuben an den Lagerfeuern der Soldaten verbrannt. Erst drei Jahre später, am 24. November 1816 konnte sie wieder eingeweiht werden.

Immer mehr Wohnhäuser entstanden, so dass 1897 eine selbstständige Parochie mit Pfarrstelle für Bennewitz und Schmölen eingerichtet wurde.

Mangels Geld, infolge des 1. und 2. Weltkrieges, verfiel die Kirche wieder. In den Jahren 1960 bis 1963 gelang es Pfarrer Fröhlich unter größten Schwierigkeiten, die Kirche innen zu sanieren. Dabei kamen die heute zu sehenden barocken Freskenmalereien zum Vorschein. Glückliche Umstände und das Geschick Pfarrer Handschuhs führten dazu, dass 2003 eine komplette Innensanierung; 2009 der Turm ein neues Dach, einen neuen Außenputz; sowie das Langhaus 2010 einen Außenanstrich und 2011 ein neues Dach bekommen konnten.

Ich denke, so schön aussehend wie heute, stand die kleine Kirche noch nie inmitten des im Jahre 1892 stillgelegten alten Friedhofes.

Günther Geißler